KlimaAtlas Kärnten

Klimaperiode 1971-2000

mittlere monatliche Niederschlagssumme im Oktober

Einheit
mm
Mittelwert: 120 mm
Standardabweichung: 45 mm
Minimum: 63 mm
Maximum: 451 mm

In keinem Monat verschleiert das Flächenmittel der Niederschlagssumme, in diesem Fall 120 mm, die Gegensätze der räumlichen Verteilung mehr als im Oktober. Einerseits herrschen beständige Hochdruckwetterlagen vor. Somit verringern sich die Niederschlagsmengen gegenüber dem Vormonat von den Hohen Tauern (mit Ausnahme von Kreuzeck- und Reißeckgruppe) bis zur Koralpe weiter. Im Extremfall, wie im Friesacher Feld und im oberen Lavanttal, summieren sich über den Oktober im Durchschnitt nur 65 mm. Andererseits werden diese stabilen Wetterphasen von einzelnen langsam ziehenden Genua- und Adriatiefdruckgebieten unterbrochen, die besonders dem Südrand Kärntens lang anhaltende, intensive Niederschläge bescheren. In den Hochlagen der östlichen Karnischen Alpen beläuft sich die Oktobersumme selbst im Durchschnitt auf bis zu über 400 mm. Von mittleren Niederschlagshöhen über 200 m sind weiters die Karawanken und der Drauzug betroffen. Während die hohen Niederschlagssummen mit teilweise über 150 mm bis in den Talboden des Gailtals durchschlagen, lässt der Einfluss der Mittelmeertiefs weiter nach Norden und Osten zu rasch nach. Neben den Gebirgsketten der Karnischen Alpen, des Drauzugs und der westlichen Karawanken sind das Lesachtal und teilweise das obere Gailtal die einzige Gegend Österreichs, die das Kriterium für mediterranes Niederschlagsklima erfüllt: ein primäres Niederschlagsmaximum nicht im Sommer, sondern im Herbst.

Unter Niederschlag versteht man kondensiertes Wasser aus Wolken und Nebel, das die Erdoberfläche erreicht. Regen und Nieselregen zählen zu den flüssigen Niederschlägen, Schnee, Graupel, Hagel und Eiskörner zu den festen Niederschlägen. Die Niederschlagsverteilung wird durch das Gelände stark abgewandelt. Die räumliche Übertragbarkeit eines Ortswertes ist daher viel schwächer ausgeprägt als etwa bei der Temperatur. Dargestellt sind gemessene Niederschlagssummen. Besonders in Gebirgslagen ist aufgrund des stärkeren Windes und des höheren Anteils an Schneeniederschlag der potenzielle Messfehler durch Abdriftverlust zu berücksichtigen.