KlimaAtlas Kärnten

Klimaperiode 1971-2000

mittlere jährliche Niederschlagssumme

Einheit
mm
Mittelwert: 1218 mm
Standardabweichung: 336 mm
Minimum: 747 mm
Maximum: 3055 mm

Die durchschnittliche jährliche Niederschlagssumme beträgt in Kärnten im Flächenmittel etwa 1200 mm, schwankt aber zwischen unter 800 und um 3000 mm. Die generelle Niederschlagszunahme mit der Seehöhe beschreibt das tatsächliche Niederschlagsmuster unzureichend. Staueffekte lassen die Niederschlagsspende auf windzugewandten Gebirgshängen infolge von Hebung und Abkühlung beträchtlich ansteigen, während es auf der windabgewandten Seite durch föhnige Erwärmungs- und Abtrocknungsvorgänge zur Verringerung der Niederschläge kommt. Am drastischsten ist dieser Gegensatz vom Alpenhauptkamm zum Mölltal ausgeprägt, wo die mittleren Jahressummen von grob 3000 mm am Hochgebirgskamm gegen 840 mm in Heiligenblut abfallen. Während der Alpenhauptkamm hauptsächlich bei nordwestlicher Windrichtung Stauniederschläge verursacht, erhalten die südlichen Randgebirge bei Anströmungen vom Mittelmeer her reichlich Niederschlag. Karnische Alpen und Karawanken verzeichnen trotz deutlich geringerer Seehöhe ähnlich hohe Jahressummen wie der Alpenhauptkamm. In alle Richtungen von Gebirgszügen abgeschattet, ist das Klagenfurter Becken als inneralpines Trockengebiet zu bezeichnen. Im Krappfeld tendiert die Jahresniederschlagssumme gegen 750 mm.

Unter Niederschlag versteht man kondensiertes Wasser aus Wolken und Nebel, das die Erdoberfläche erreicht. Regen und Nieselregen zählen zu den flüssigen Niederschlägen, Schnee, Graupel, Hagel und Eiskörner zu den festen Niederschlägen. Die Niederschlagsverteilung wird durch das Gelände stark abgewandelt. Die räumliche Übertragbarkeit eines Ortswertes ist daher viel schwächer ausgeprägt als etwa bei der Temperatur. Dargestellt sind gemessene Niederschlagssummen. Besonders in Gebirgslagen ist aufgrund des stärkeren Windes und des höheren Anteils an Schneeniederschlag der potenzielle Messfehler durch Abdriftverlust zu berücksichtigen.